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Der
Frühling ist ausgebrochen.. 9.September
2001 Tatsächlich
ist hier der Frühling mit all seiner Wucht ausgebrochen. Stürme fegten über's
Land, schüttelten restliches Laub von den Bäumen, die zwar schon länger
wieder am blühen sind. Offiziell
beginnt der Frühling bei uns am 1. September, aber da war's gerade etwas frisch
draussen. Nun ist es aber sonnig. Und in der Stadt Sydney war's am Samstag sogar
schon recht warm um nicht zu sagen heiss. Erste Liebespaare räkelten sich im
botanischen Garten auf den Rasenanlagen und schauten den Segeljachten in der Bay
zu.
Überall
blüht die Riesen-Lilie (Giant Lilly), eine Lilie mit wahrhaft alptraumhaften
Massen: so an die 3 Meter lange Stengel tragen kürbisgrosse rote Blütenstände,
ideal für den nächsten JurassicPark-Streifen. Und
mit Stolz zeigen die Sydneyaner einen das Haus des Gouverneurs (auch im
botanischen Garten), ein Prunkpalais mit zwitterhaftem Charakter: gegen das Meer
hin ein etwas schweres aber lustvolles Sommerpalais, gegen die Stadt hin eine
echt englische Trutzburg mitsamt den castellhaften Zinnen und Türmchen. Geplant durch
den Architekten von King William IV, war, als die Pläne per Schiff
hier eintrafen, bald mal klar, dass der liebe europäische Architekt völlig
ausser Acht gelassen hatte, dass hier die Sonne mittags eben nicht im Süden,
sondern im Norden steht und die Ausrichtung des Hauses sehr unpraktisch war.
Lokale Architekten hatten dann, (ganz inoffiziell, denn das wäre ja ein Affront
gegenüber dem königlichen Günstling gewesen), dem etwas entgegengewirkt und
gegen das Meer hin die Zinnen hinter einer grossen Veranda verschwinden lassen.
Und so entstand dann diese witzige Mixtur aus kühler englischer Wehrburg und
mediterranem Lustpalais. Sydney
ist jetzt prächtig zu erleben. Alles lebt auf in dieser Stadt und freut sich
auf das Surfen in den kommenden Monaten. Der Winterausverkauf ist bald vorbei
und im Quartier "the Rocks" kann man in altehrwürdigen Gemäuern in
Hinterhöfen lokal gebrautes Bier kosten. Und überall riecht's nach Jasmin,
schon beinahe narkotisierend, dieser schwere Duft der Jasminbüsche in den Gärten. Und
immer wenn ich in Sydney bin, pilgere ich an die OxfordStreet und kehre ein ins
Stonewall-Hotel, eines der vielen Gay Restaurants an dieser Strasse. Unbedingt
muss man aber auch Darlinghurst gesehen und erlebt haben. Und
am Freitag ist Beat hier in Glenbrook zu Besuch gekommen. Witzig eigentlich,
dass ein Schweizer Freund, der hier schon längere Zeit wohnt, von der Stadt
hinauf in die Berge zu Besuch zu einem anderen Schweizer kommt. Wir haben's
genossen. Und
damit noch kurz zu meinem Wohnort Glenbrook: das ist zwar eher ein Villenwohnort
anfangs der Blue Mountains, hat aber ein paar ganz nette Eigenheiten: neben den
wunderschönen Nationalparks ringsum gibt es hier ein kleines Dorfzentrum mit
relativ viel Alternativszene. Da war ich heute im Restaurant "the blue
tongue lizard" (Blauzungenechse), wo es in erster Linie Birchermüslis und
Tofugerichte gibt. Das Capuccino war allerdings herausragend. Daneben gibt es
das Swiss Cottage Restaurant, wo man auf "gehoben" macht, und etwas
weiter ein kleines Gay-Restaurant, leider fehlt die Rainbowflag in der Strasse. Also:
nichts wie her, hierher! Allerdings
muss ich vor etwas warnen: wer in Australien krank wird und einen Arzt besuchen
muss, kann dies guten Gewissens tun, solange, ja solange er nicht einen der
pfuschenden Inder aufsucht. Die gibt es hier überaus viel. Vermutlich sind
einige davon fachlich gar nicht so schlecht, aber sie sind arrogant und nehmen
sich kaum Zeit, etwas genauer zu untersuchen. Und man wird zu weiteren Abklärungen
nur unter seinesgleichen weitergeleitet - mafiaähnliche Zustände sollen hier
herrschen. Die einzige Möglichkeit bestehe nur darin, in einem Spital ganz klar
"Nicht-Indische Ärzte" zu verlangen. Nach meiner Episode mit 2
solchen Pfuschern werde ich diese Ausgrenzung gewisser Menschenschläge
hier nun auch anwenden müssen. Aber
sonst ist es toll in Australien - die Sonne, das Meer, die Tierwelt und der gute
Wein machen das Leben schon vergnüglich. In
diesem Sinn schicke ich euch ganz herzliche und sonnige Grüße in die Schweiz.
Und
mit Stolz zeigen die Sydneyaner einen das Haus des Gouverneurs (auch im
botanischen Garten), ein Prunkpalais mit zwitterhaftem Charakter: gegen das Meer
hin ein etwas schweres aber lustvolles Sommerpalais, gegen die Stadt hin eine
echt englische Trutzburg mitsamt den castellhaften Zinnen und Türmchen. Geplant durch
den Architekten von King William IV, war, als die Pläne per Schiff
hier eintrafen, bald mal klar, dass der liebe europäische Architekt völlig
ausser Acht gelassen hatte, dass hier die Sonne mittags eben nicht im Süden,
sondern im Norden steht und die Ausrichtung des Hauses sehr unpraktisch war.
Lokale Architekten hatten dann, (ganz inoffiziell, denn das wäre ja ein Affront
gegenüber dem königlichen Günstling gewesen), dem etwas entgegengewirkt und
gegen das Meer hin die Zinnen hinter einer grossen Veranda verschwinden lassen.
Und so entstand dann diese witzige Mixtur aus kühler englischer Wehrburg und
mediterranem Lustpalais. Sydney
ist jetzt prächtig zu erleben. Alles lebt auf in dieser Stadt und freut sich
auf das Surfen in den kommenden Monaten. Der Winterausverkauf ist bald vorbei
und im Quartier "the Rocks" kann man in altehrwürdigen Gemäuern in
Hinterhöfen lokal gebrautes Bier kosten. Und überall riecht's nach Jasmin,
schon beinahe narkotisierend, dieser schwere Duft der Jasminbüsche in den Gärten. Und
immer wenn ich in Sydney bin, pilgere ich an die OxfordStreet und kehre ein ins
Stonewall-Hotel, eines der vielen Gay Restaurants an dieser Strasse. Unbedingt
muss man aber auch Darlinghurst gesehen und erlebt haben. Und am
Freitag ist Beat hier in Glenbrook zu Besuch gekommen. Witzig eigentlich, dass
ein Schweizer Freund, der hier schon längere Zeit wohnt, von der Stadt hinauf
in die Berge zu Besuch zu einem anderen Schweizer kommt. Wir haben's genossen. Und
damit noch kurz zu meinem Wohnort Glenbrook: das ist zwar eher ein Villenwohnort
anfangs der Blue Mountains, hat aber ein paar ganz nette Eigenheiten: neben den
wunderschönen Nationalparks ringsum gibt es hier ein kleines Dorfzentrum mit
relativ viel Alternativszene. Da war ich heute im Restaurant "the blue
tongue lizard" (Blauzungenechse), wo es in erster Linie Birchermüslis und
Tofugerichte gibt. Das Capuccino war allerdings herausragend. Daneben gibt es
das Swiss Cottage Restaurant, wo man auf "gehoben" macht, und etwas
weiter ein kleines Gay-Restaurant, leider fehlt die Rainbowflag in der Strasse. |
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